Risikoorientierte Investmentplanung und Investmentbegleitung

 

Risikoorientierte Investmentplanung

Zu Beginn unseres Beratungsablaufs erarbeiten wir eine risikoorientierte Investmentplanung. Ein guter Investmentplan ist ein lebendiges Dokument. Deshalb überprüfen, überwachen und passen wir Ihre Investmentplan an, sofern sich die Rahmenumstände des Vermögens ändern. Zur Investmentplanung tritt also die Vermögensbegleitung hinzu.

Weiter fordern wir Ihre Disziplin, einen schriftlichen Investmentplan einzuhalten:

Der Investmentplan sollte nicht geändert werden, wenn sich eine Prognose über die Finanzmärkte ändert. Denn ein Investmentplan ist kein Börsenfahrplan.

Vier Themen beschäftigen uns im Investmentplan:

1) Risiko ist die Quelle einer erwarteten Rendite.

 

Je höher die Renditeerwartung ist, desto mehr Risiko muss eingegangen werden:

Die Kapitalmarktforschung unterscheidet zwei Risikoarten - unsystematische und systematische Risiken.

Unsystematische Risiken leisten keinen dauerhaften erwarteten, sondern nur einen zufälligen Renditebeitrag für Ihr Portfolio. Diese Risiken entstehen beispielsweise aus einer Übergewichtung oder geringen Anzahl von Einzelaktien, Ländern oder Branchen. Das unsystematische Risiko kann durch Diversifikation kostenlos verringert werden. Deshalb ist der Markt als Summe aller Anleger nicht bereit, eine Prämie für das Eingehen dieses Risikos zu bezahlen.

Systematische Risiken leisten dagegen einen dauerhaften und nicht zufälligen Renditebetrag für Ihr Portfolio. Diese Risiken entstehen durch das Anlegen in Aktien oder Übergewichten von kleineren Unternehmen. Da dieses Risiko durch Diversifikation nicht verringert werden kann, gewährt der Markt eine Prämie für diese Risikoübernahme.

 

2) Nehmen Sie nicht mehr Risiko auf sich als Sie tragen können, tragen wollen oder tragen brauchen!

 

Die besten Investmentpläne scheitern oft daran, daß zuviel Risiko eingegangen wurde. Risiken treten unerwartet auf. Obwohl ein Anlagezeitraum von über zehn Jahren geplant war, wird ein Anleger beim Auftreten von Risiken zu einem Anleger mit einem Anlagehorizont von zehn Tagen. Meist führt dies zur Aufgabe eines Investmentplans. Der Anleger verkauft bei Kursrückgängen.

Wenn wir gemeinsam einen Investmentplan entwickeln, berücksichtigen wir die gesamte Struktur Ihres Vermögens aus unternehmerischen, liquiden und illiquiden Vermögen. Ebenso besprechen wir Ihren Anlagezeitraum, die Sicherheit Ihres Einkommens und Ihre Fähigkeit, Verluste emotional zu ertragen. Dabei erörtern wir, ob es wirklich notwendig ist, Risiken einzugehen und etwas weniger an erwarteter Rendite eigentlich ausreichen.

Nehmen Sie nicht mehr Risiko auf sich als Sie tragen können, tragen wollen oder tragen brauchen!

Ihr Können - Ihre Fähigkeit, Risiken zu tragen:

Die Ausgangsbedingungen Ihrer gesamten Vermögensstruktur aus unternehmerischen, illiquiden und liquiden Vermögen bestimmen Ihre objektive Risikotragfähigkeit.

Ihr Wollen - Ihre emotionale Bereitschaft, Risiken zu tragen:

Ihre emotionale und tatsächliche Bereitschaft verlustbedingten Stress auszuhalten kann von Ihrer objektiven Risikotragfähigkeit erheblich abweichen. Dieser Faktor dürfte auch von Ihrem persönlichen Lebensweg, Investmentwissen und Ihrer Erfahrung abhängig sein. Letztlich ist diese subjektive Risikotragfähigkeit sehr persönlich und für Externe schwer zu quantifizieren.

Ihr Brauchen oder Müssen - Ihre Notwendigkeit, Risiken zu tragen:

Die notwendige Investmentrendite, die Sie erzielen brauchen oder müssen, um Ihre Ziele zu erreichen, bestimmt eine mindestens erforderliche Risikotragfähigkeit.

 

3) Sie sind im Zwiespalt: Erhalt des Kapitals oder Erhalt der Kaufkraft?

 

Den nominalen Werterhalt Ihres Wertpapierportfolios können Sie sichern, indem Sie sehr defensive Anlagen, wie Spareinlagen oder Festgelder bei Banken bis EUR 100.000 wählen, die der deutschen staatlichen Einlagensicherung angehören.

Oder:

Sie möchten die Kaufkraft Ihres Wertpapierportfolios sichern. Deshalb ist mehr Rendite in der Zukunft erforderlich. Mehr erwartete Rendite kann nur mit mehr Risiko erkauft werden.

Beides kann richtig oder falsch sein. Es hängt von Ihrem individuellen Investmentplan ab.

 

4) Der Weg vermögend zu werden ist völlig unterschiedlich vom Weg vermögend zu bleiben!

 

Ein größeres Vermögen entsteht meist durch die Bündelung von individuellen (unsystematischen) Risiken im unternehmerischen Bereich unserer Mandanten. Die Bündelung oder Konzentration von Risiken birgt jedoch auch Risiken (Klumpenrisiken).

Der Weg Vermögen zu erhalten ist ein anderer: Umschichten von Vermögen aus dem unternehmerischen in den vermögensverwaltenden Bereich hilft, individuelle (unsystematische) Risiken zu verringern.

Einen lesenswerten Artikel zu diesem Thema finden Sie am Ende dieses Artikels.

 

 

An einem allgemeinen Beispiel erläutern wir die risikoorientierte Investmentplanung:

Das Vermögens setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

1) Ihr unternehmerisches Vermögen (Unternehmen oder Humankapital)

 

Das unternehmerische Vermögen bezeichnen wir als Alpha-Vermögen, da es von der individuellen unternehmerischen Schaffenskraft abhängt.

Es kann sehr gute Renditen hervorbringen, die erheblich über den Renditemöglichkeiten eines Wertpapierportfolios liegen können. Unternehmerisches Vermögen entsteht durch Bündelung (Konzentration) von individuellen (unsystematischen) Risiken und birgt ein nicht zu vernachlässigendes Klumpenrisiko aus einer Konzentration des Vermögens in ein einziges Unternehmen bzw. einer Abhängigkeit von der persönlichen Leistungsfähigkeit.

 

2) Ihr illiquides Vermögen (Immobilien und Beteiligungen)

 

Das illiquide Vermögen aus Beteiligungen und Immobilien kann einen Risikoausgleich unternehmerischer Tätigkeit meist nicht erfüllen. Oft entstehen zusätzliche Risiken aus einer hohen Konzentration auf wenige einzelne Risiken in Beteiligungen und Immobilien (mangelnde Diversifikation). Im Verhältnis zum unternehmerischen Vermögen wird die Liquiditätssituation nicht verbessert (Illiquidität). Zusätzlich sind diese Anlagen oft intransparent (Intransparenz).

 

3) Ihr liquides Vermögen (Wertpapierportfolio)

 

Das liquide Privatvermögen kann eine hervorragende Ausgleichs- und Steuerungsfunktion für die Klumpen-, Illiquiditäts- und ökonomischen Risiken des unternehmerischen und illiquiden Vermögens übernehmen.

Dies erfordert:

a) eine wissenschaftlich fundierte Anlagestrategie,

b) einen schriftlichen Investmentplan,

b) den Erhalt der Liquidität der Anlagen,

c) eine im Gesamtzusammenhang Ihrer Vermögensbereiche risikogerechte Aufteilung Ihres Wertpapiervermögens in defensive und offensive Anlagen (Aktien und Anleihen) mit einem weltweiten Streuen der Risiken und

d) einen Vermögensverwalter, der mit Ihnen gemeinsam alles erabeitet und Sie begleitet.

 

Literaturempfehlung

 

Should you put all your eggs in one basket?

“Put all your eggs into one basket and then watch that basket.” proclaimed Andrew Carnegie a century ago. "Do not scatter your shot. “The great successes of life are made by concentration." As Graham points out, "the really big fortunes from common stocks" have been made by people who packed all their money into one investment they knew supremely well.

Nearly all the richest people in America trace their wealth to a concentrate investment in a single industry or even a single company (think Bill Gates and Microsoft, Sam Walton and Wal-Mart, or the Rockefellers and Standard Oil). The Forbes 400 list of the richest Americans, for example, has been dominated by undiversified fortunes ever since it was first compiled in 1982.

However, almost no small fortunes have been made this way - and not many big fortunes have been kept this way. What Carnegie neglected to mention is that concentration also makes most of the great failures of life. Look again at the Forbes "Rich List". Back in 1982, the average net worth of a Forbes 400 member was $230 million. To make it onto the 2002 Forbes 400, the average 1982 member needed to earn only a 4.5% average annual return on his wealth during a period when even bank accounts yielded far more than that and the stock market gained an annual average of 13.2%.

So how many of the Forbes 400 fortunes from 1982 remained on the list 20 years later? Only 64 of the original members - a measly 16% - were still on the list in 2002. By keeping all their eggs in the one basket that had gotten them onto the list in the first place – once boorning industries like oil and gas, or computer hardware, or basic manufacturing - all the other original members fell away. When hard times hit, none of these people-despite all the huge advantages that great wealth can bring-were properly prepared. They could only stand by and wince at the sickening crunch as the constantly changing economy crushed their only basket and all their eggs.

Zweig, Jason in Graham, Benjamin: "The Intelligent Investor", HarperCollings Publishers, New York, 2006, S. 185